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29,5 kWp PV: Das Ende der festen Einspeisevergütung 2027 und der Kampf um sieben Cent Mindestpreis

Symbolbild zum Beitrag: 29,5 kWp PV: Das Ende der festen Einspeisevergütung 2027 und der Kampf um sieben Cent Mindestpreis

29,5 kWp PV: Das Ende der festen Einspeisevergütung 2027 und der Kampf um sieben Cent Mindestpreis

Am 23. Oktober 2026 veröffentlichte die pv magazine eine Meldung, die in der Photovoltaik-Branche für Diskussionen sorgt. In einer gemeinsamen Erklärung forderten Unternehmen wie RWE, Enertrag und GP Joule, dass der Höchstwert für Freiflächen-PV-Anlagen in den Ausschreibungen 2027 mindestens sieben Cent pro Kilowattstunde betragen solle. Begründet wurde dies mit den steigenden Kosten durch die EEG-Novelle, das Netzpaket und das AgNes-Konzept. Der bisherige Höchstwert von 5,9 Cent solle künftig nicht mehr ausreichen, um wirtschaftlich zu bleiben.

Für uns zu Hause in Kirchseeon bedeutet das eine Verschiebung, die wir seit Inbetriebnahme unserer Anlage 2012 begleiten. Unsere SolarEdge-Anlage mit offiziell 29,5 kWp Leistung – das sind 151 Module Talesun à 195 Watt auf Dach und Nebengebäude, alle mit Leistungsoptimierern an zwei SE12,5K-Wechselrichtern – erzeugt seit Juli 2012 rund 259 Megawattstunden Strom bis August 2026. Dazu kommen seit Oktober 2026 die Carport-Module zu je 460 Watt, zwei Stränge zu je vier Modulen, hinzu kommen zwei Balkonkraftwerke am Wintergarten und am Pavillon sowie ein weiteres Modul, das noch erweitert werden soll. Insgesamt decken wir rund vier elektrisch betriebene Fahrzeuge und den Haushalt fossilfrei.

Was die Zahlen der Bundesregierung angeht: Nach der Analyse, die ich hier führe, lag der erneuerbare Anteil an der Bruttostromerzeugung 2025 vorläufig bei rund 55,3 Prozent, Photovoltaik trug mit 16,5 Prozent dazu bei. Im Vergleich zum Vorjahr 2024 mit 59,4 Prozent Erneuerbaren und 14,7 Prozent PV ist das ein Rückgang, den das Wetter erklärt: 2025 war ein schwächeres Windjahr. Im Winterquartal 2024 lag der erneuerbare Anteil unter 50 Prozent, im Sommerquartal darüber – ein Hinweis darauf, dass die Speicher- und Lastflexibilität noch immer die Lücke füllen müssen, die die Wetterschwankungen hinterlassen.

Besonders deutlich wird das Missverhältnis, wenn man die Sektoren betrachtet. Der Sektor Strom macht etwa zwanzig Prozent des Endenergieverbrauchs aus und hat mit rund 52 Prozent erneuerbaren Anteil (brutto) den größten Fortschritt. Wärme mit rund 50 Prozent Verbrauchanteil kommt nur auf etwa 17 Prozent Erneuerbare, und Verkehr mit etwa 30 Prozent Verbrauchanteil nur auf sieben Prozent. Die Zahlen zeigen das eigentliche Missverhältnis: Der Sektor mit dem größten Fortschritt ist der kleinste, die beiden großen hängen zurück.

Für unseren Haushalt bedeutet die politische Entwicklung konkret, dass sich die Rahmenbedingungen ändern, in denen wir unseren Strom erzeugen und verbrauchen. Die feste Einspeisevergütung, die seit August 2026 von 12,34 Cent auf 12,22 Cent je Kilowattstunde bei Volleinspeisung sank, endet für neue Anlagen unter 25 kWp am 1. Januar 2027 vollständig. Übergangslösungen mit reduziertem Vergütungssatz sind vorgesehen, aber die Erlösgrundlage wechselt von einer garantierten 20-Jahres-Zahlung zu einem volatilen Marktspread – genau das, über das ich in meinem Open Lab berichtet habe.

Was die Industrie-Forderung nach sieben Cent Mindestpreis für Freiflächen-Ausschreibungen 2027 angeht: Sie spiegelt wider, was auch auf Prosumer-Ebene passiert. Die Kosten für Anlagen steigen, die Vergütung sinkt oder wird durch Grundpreisaufschläge ergänzt – wie im AgNes-Entwurf, der Prosumer einen mindestens 70, höchstens 90 Prozent Aufschlag auf den Grundpreis vorsieht. Die Solarbranche rechnet dafür mit bis zu 155 Euro mehr im Jahr inklusive Mehrwertsteuer.

Für uns bedeutet das: Wir passen unsere Steuerung an. Mit Home Assistant als Leitstand, emhass für die Day-Ahead-Optimierung und Tibber als dynamischem Stromtarif mit stündlichen Börsenpreisen berechnen wir viertelstündlich, wann Strom erzeugt oder gespeichert wird. Über 60 Automationen im Haus steuern den Verbrauch nach den Preisen. Dass wir vier elektrische Fahrzeuge laden, einen Pool heizen und die Wärmepumpen regeln, macht uns flexibel – aber es macht auch deutlich, dass die Energiewende nicht nur an den Dachmodulen hängt, sondern an der gesamten Systemflexibilität.

Die Forderung nach sieben Cent Mindestpreis für Freiflächen-PV 2027 ist mehr als eine Kalkulation. Sie ist ein Bekenntnis dazu, dass Solarstrom die günstigste Neubauoption ist – zwischen vier und sieben Cent pro Kilowattstunde laut aktuellen Kostenberechnungen, deutlich unter jeder fossilen oder atomaren Alternative. Dass die Branche diesen Wert jetzt als Untergrenze fordert, zeigt, wie schnell sich die Rahmenbedingungen verschieben und wie wichtig es ist, jetzt schon zu rechnen, statt nach der Verabschiedung der Novellen zu warten.

Am Ende steht für uns fest: Die Energiewende lebt von denen, die sie nicht nur fordern, sondern selbst betreiben. Jede Kilowattstunde, die auf eigenem Dach entsteht, jede flexible Last, jede gespeicherte Kilowattstunde entlastet das System und senkt die Abhängigkeit von fossilen Importen. Die politischen Rahmenbedingungen werden sich ändern, das steht fest. Wer jetzt seine Rechnung macht, wer seine Anlage versteht und wer Lastflexibilität und Speicher nutzt, der wird auch in der neuen Tariflandschaft bestehen – und genau das ist es, was die Branche mit ihrer Sieben-Cent-Forderung eigentlich erreichen will: dass Solarwirtschaftlich bleibt, was Solarökonomisch immer schon war.

Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und redaktionell verantwortet von Achim Karpf.

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