Am 18. August 2026: PV-Zuschläge sinken auf 4,79 Cent
Am 18. August 2026 meldete pv-magazine: Der durchschnittliche Zuschlagswert für Photovoltaik-Freiflächenanlagen sinkt auf 4,79 Cent pro Kilowattstunde. Für das ausgeschriebene Volumen von 2135 Megawatt gingen 401 Gebote mit insgesamt 3170 Megawatt Leistung ein. Die ermittelten Zuschlagswerte reichen von 4,38 bis 4,97 Cent pro Kilowattstunde.
Das ist der Preis, zu dem neue Großanlagen ans Netz gehen. Vier Cent, sieben Neun. Unterschreiten des Stromgestehungskosten-Niveaus, das in der öffentlichen Diskussion oft als Beweis dient, die Energiewende sei ‘billig’.
Wer den Blick vom Marktplatz vor die eigene Haustür richtet, sieht ein anderes Bild. Ich betreibe seit 2023 einen vollständig fossilfreien Haushalt in Kirchseeon. Auf dem Dach: 29,5 kWp SolarEdge. Im Speicher: 52,5 kWh Tesla Powerwall – drei Powerwall 3 und eine Powerwall 2. Vier elektrische Fahrzeuge – ein Model S 90D aus 2016, ein Model Y Long Range aus 2021, ein Model S Plaid aus 2022 und eine Renault Zoé Z.E. 50 – mit insgesamt 137,5 kWh nutzbarer Pufferkapazität. Balkonkraftwerke mit zusammen 6 kWp auf Wintergarten und Pavillon ergänzen die Erzeugung.
Und genau hier setzt der Schuh, der drückt. Seit Ende Juli 2026 läuft mein Steuerungssystem emhass nicht mehr rund. Der Healthcheck vom 27. Juli liefert den quantifizierten Beweis: Der PV-Forecast liegt bei nur 11 Prozent des Ist-Werts. Was emhass um 08:30 meldet – 319,87 Watt – entspricht nicht einmal einem Zehntel der tatsächlichen Einspeisung von 2.882 Watt zum selben Zeitpunkt. Zum Vergleich: Solcast erfasst zum selben Moment 4.904 Watt Peak. Der zweite Befund vom 5. August bestätigt den Trend: Die Tagesertrags-Prognose von emhass belief sich auf 20,1 kWh bei tatsächlichen 137,0 kWh – ein Ratio von 14,7 Prozent. Der modelled Peak von 3.256 Watt bei realen 6.167 Watt. Faktor 24.
Zwei Konfigurationszeilen in der configuration.yaml überschreiben die Solcast-Anbindung durch open-meteo, und das PVLib-Modell arbeitet mit 4,72 kWp statt 29,5 kWp. Das ist kein kleines Detail. Das ist der Grund, warum die Batterie morgens leergefährt wird, bevor die teure Abendstunde kommt. Der Preisvektor-Bug verstärkt das: Das Mindestpreis von 0,1526 Euro pro Kilowattstunde liegt bei Index 21, emhass liest jedoch 18:30, real ist die teure Stunde bereits 13:15. Die 43,6-Cent-Abendspitze liegt in emhass’ Lesart außerhalb des 23-h-Horizonts – Fall 1 wird nie getriggert. Messbare Wirkung: SOC 32 Prozent, Batterie wird morgens leergefahren bei 32,4 Cent, bevor die teure Stunde beginnt.
Und die Fahrzeugladung? Die Automation ev_smartcharging_v2_solar_preis_optimiert ist seit dem 29. Juli ausgeschaltet. Grund: Kollateralschadenumbauarbeiten. Ergebnis: Für vier Elektrofahrzeuge findet keine preis- und solaroptimierte Ladung statt. Der Haushalt lädt weder optimiert noch gesteuert. Letzter Trigger war der 27. Juli um 15:30, unmittelbar nach der Teslemetry-Konsolidierung.
Während also der Markt meldet, PV-Freiflächenanlagen würden mit vier Cent pro Kilowattstunde veranschlagt, bleibt bei mir der selbst erzeugte Strom auf der Strecke – nicht wegen des Preises, sondern weil die eigene Steuerung ihn gar nicht mehr erkennt. Der durchschnittliche Zuschlag von 4,79 Cent ist eine Zahl für neue Anlagen auf grünem Feld. Meine Anlage steht seit Jahren, hat sich bereits amortisiert, und sie wird von der eigenen Software faktisch blindgestellt.
Die Zahlen aus dem Sektorenmonitor der Analysewerte zeigen das eigentliche Missverhältnis: Strom mit 52 Prozent erneuerbarem Anteil bei rund 20 Prozent Endenergie-Verbrauch. Wärme mit 17 Prozent Erneuerbarem bei 50 Prozent Verbrauch. Verkehr mit 7 Prozent Erneuerbarem bei 30 Prozent Verbrauch. Der Sektor mit dem größten Fortschritt ist der kleinste, die beiden Großen hängen hinterher.
Die Senkung der Zuschlagswerte auf 4,79 Cent ist ein Zeichen dafür, dass der Markt funktioniert. Aber sie ist kein Freifahrtschein dafür, bestehende Anlagen so zu behandeln, als wären sie austauschbar. Wer die Energiewende ernst nimmt, muss auch dafür sorgen, dass das, was schon da ist, auch wirklich funktioniert. Nicht nur neue Anlagen auf Freiflächen, sondern auch die Prosumer-Haushalte, die wie ein kleines Kraftwerk agieren – wenn die Software sie lässt.
Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und redaktionell verantwortet von Achim Karpf.







